Erhebung des Kleinwasserkraftpotentials der Schweiz
Identifikation potentieller Standorte und Methodik zur ganzheitlichen Bestimmung unter Berücksichtigung relevanter Einflussfaktoren

Die Schweizer Energieforschung verfolgt unter anderem das Ziel, eine verstärkte Erschliessung und Nutzung einheimischer, regenerativer Energiequellen zu fördern. Dazu gehört auch die Wasserkraft, welche heute fast 60% der inländischen Stromproduktion ausmacht. Kleine Wasserkraftanlagen erhalten zurzeit erhöhte Aufmerksamkeit, da deren Betrieb seit Inkrafttreten der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) am 1. Januar 2009 finanziell unterstützt wird, falls sie bestimmte Anforderungen erfüllen. Viele heute nicht genutzte Standorte werden somit wirtschaftlich. Gleichzeitig wächst die Sorge von Ökologen, Natur- und Landschaftsschützern vor einer weiteren Verbauung von zurzeit weitgehend unbeeinflussten kleinen Fliessgewässern.
Ganzheitlichkeit und Nachhaltigkeit im Zentrum
Das Netzwerk Wasser im Berggebiet (NWB) hat mit dem Swiss Mountain Water Award 2008 das Projekt „Flächendeckende GIS-gestützte Identifikation potentieller Standorte für Kleinwasserkraftwerke„ von der Firma WaterGisWeb AG ausgezeichnet (http://www.netzwerkwasser.ch/standortanalyse_kleinwasserkraft). Auf Basis der prämierten Arbeiten wurde in Zusammenarbeit mit dem Bundesamtes für Energie im Rahmen des Forschungsprogramms „Wasserkraft“ (http://www.bfe.admin.ch/forschungwasserkraft) das Projekt erweitert. Es verbindet neu technische Daten mit sozioökonomischen und ökologischen Faktoren zu einer ganzheitlichen Analyse potentieller Standorte für Kleinwasserkraftwerke unter Einbezug von verschiedenen Interessensgruppen. Dies soll die Thematik in eine ganzheitliche Betrachtungsweise setzen und eine entsprechend nachhaltige Umsetzung garantieren.
Das Gesamtprojekt im Überblick
Das Projekt ist eine synergetische Kooperation zwischen dem Netzwerk Wasser im Berggebiet, der Watergisweb AG und der Universität Bern. Die Firma Watergisweb AG untersucht mit GIS-gestützten Analysen das hydroelektrische Potential an allen Fliessgewässern in der Schweiz. Flächendeckend werden so das theoretisch nutzbare sowie das bereits genutzte Wasserkraftpotential identifiziert. In einem zweiten Schritt entwickelt die Gruppe für Hydrologie des Geographischen Instituts der Universität Bern ein Beurteilungsschema, welches das technische Wasserkraftpotential und die Ökosystemleistungen des Wassers bei einer Gesamtbeurteilung gleichermassen berücksichtigt. Anhand der Ergebnisse erarbeitet das Netzwerk Wasser im Berggebiet in der Folge eine Entscheidungshilfe, welche die einzelnen Kantone und Regionen bei ihren Überlegungen bezüglich eines Ausbaus der Kleinwasserkraft unterstützen soll, ohne jedoch deren Ermessensspielraum zu beschneiden. Der gezielte Einbezug der verschiedenen Interessensgruppen garantiert dabei einerseits den Praxisbezug des Projekts und gewährleistet andererseits die langfristige Umsetzung der Resultate in die Praxis.
| Status: | aktiv |
| Partner: | Bundesamt für Energie, WaterGisWeb AG, Geographisches Institut der Universität Bern |
| Kontakt: | Diana Soldo Netzwerk Wasser im Berggebiet Flüelastrasse 11 7260 Davos Dorf Tel.: +41 79 697 95 29 E-Mail: soldo(at)slf.ch |
Medienmitteilung:
18.03.09: Entscheidungshilfe beim Ausbau der Kleinwasserkraft
Bild Kleinwasserkraftwerk Neuewelt, Birs
Bildquelle: Netzwerk Wasser im Berggebiet
Bild Kleinwasserkraftwerk Buchholz, Glatt
Bildquelle: entec ag
Medienberichte:
09.09.09: Das Potanzial der Kleinwasserkraft klären, energeia, Nr. 5/2009
09.09.09: Faire toute la lumière sur le potentiel de la petite hydraulique, energeia, Nr. 5/2009
01.05.09: Netzwerk Wasser: Hilfe beim Ausbau der Kleinwasserkraft
19.03.09: Kleinwasserkraft im Fokus des Interesses, Bündner Tagblatt
13.02.09: Erster Forschungsauftrag zur Kleinwasserkraft, SEV Bulletin
Links:
Geographisches Institut der Universität Bern
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